madhatter's coffee.

Welcome to the rabbit's hole. A blog on pulp.

COPY RIGHT.

Alright, mates: This time it’s a post in German. Actually it’s a slightly altered comment that stood at the end of a lengthy discussion on copyright and related rights. It’s a bit complicated over here in Germany. Copyright is actually not the right to copy but the right to claim the right on first creation. Than there’s rights you can sell, for example the right to make money with what originally your idea. And then theres patents.

Long story short: I’m going to translate this eventually, but at this point, you’ll have to deal with my German rant.

Urheberrecht ist eine feine Sache. Unglücklicherweise lautet eines der Argumente, das am häufigsten für seine Erhaltung vorgebracht wird, “Die Künstler müssen aber doch von was leben! Wenn alle den Film kostenlos herunterladen, dann gibt es halt irgendwann keine Filme mehr!” – oder so ähnlich.

Aber was zahlst man denn, wenn man eine DVD kauft? Das “Urheberrecht auf den Kameramann, der eine Kamera hält”, das “Urheberrecht auf die Leistung des Gaffers, der die Kabel so und nicht anders verlegt”? Eben. Man zahlt die Löhne der entsprechenden Leute. Die Verwertungsfirma aka Produktionsfirma hat ja auch kein Recht auf die Methoden und Arten, mit denen die Leute arbeiten. Sie hat ein Recht auf das Produkt, das dabei entsteht, denn sie hat es ja auch finanziert.

Das Problem ist nicht das Urheberrecht selbst (wobei, ich mir da manchmal gar nicht so sicher bin), sondern die spezifische Umsetzung in den meisten westlichen Staaten (woanders kenn ich mich nicht aus – ich beziehe mich hier ganz grob auf Marktwirtschaften in Europa und Amerika).
Klar können und wollen Urheber nicht immer alles selbst verwerten, sei es wegen mangelnder Expertise, aus Zeitmangel oder schlicht aus Faulheit. Deswegen verkaufen sie die *Verwertungsrechte* (nicht die Urheberrechte) und bekommen dafür je nach Vertrag einen kleinen oder noch kleineren cut des Gewinns, den die Verwertungsgesellschaften mit diesen Rechten erwirtschaften. Logischerweise ist dieser cut recht klein, denn die Verwertung kostet ja auch Geld und immerhin zahlt der Urheber quasi einen (automatisch vom Gewinn abgezogenen) Betrag für die Dienstleistung. So weit so gut.

Was passiert aber nun, wenn ich einen Teil des so vervielfältigten Werkes nehme – sei es der Ausschnitt eines Filmes, die Grundmelodie eines Liedes oder einen Absatz aus einem Buch, vielleicht auch nur einen Grundgedanken wie: “Hey, wie wärs, wenn die beiden sich Liebenden am Ende des Stücks umbringen, die eine, weil sie keinen Ausweg weiss und der andere aus Liebeskummer” – und daraus etwas Neues mache. Neue Geschichte, neuer Gesang und Instrumente, neuer Plot. Warum sollte ich dann etwas dafür an den Urheber zahlen? Sicher, er hatte ne tolle Idee. Aber meine Idee ist erstens noch toller und zweitens nicht seine, sondern meine.

Das Problem, das ich hier kurz versucht habe zu beschreiben, besteht darin, dass das Urheberrecht Ideen schützen soll, aber Ideen immer wieder neu verwertet werden. Weil keine Idee wirklich “neu” ist.

Wenn ich den Film rippe, brenne und verkaufe – dann ist das Produktpiraterie. Wenn ich einen neuen Fim mache, aber ihn in einer Schachtel verkaufe, die aussieht wie die von “Independence Day”, dann ist das Irreführung des Käufers.
Aber wenn ich etwas Neues draus mache – dann ist das Bruch des Urheberrechts. Und das ist absurd. Weil, wer verklagt denn bitte den Musiker für das Gitarrenriff, dass schon Tausende vor ihm verwendet haben? Wer den Autor für die Idiome und Witze – oder den Plot, den er bei Shakespeare geklaut hat?
Wer verklagt den den Produzenten dafür, dass er eine Kamera verwendet, die auf dem grundlegenden Design der Camera Obscura basiert? Niemand, genau. Weil diese Dinge sind dann plötzlich “Allgemeingut”. Warum?

Ganz einfach: Urheberrecht erlischt. Die Frage ist nur wann. Es gibt Staaten, zum Beispiel die Vereinigten, in denen kann eine Firma die Verwertungsrechte eines Autors, der sein Werk vor 120 Jahre veröffentlicht hat, weiter lizensieren solange das Orginalprodukt als “Marke” eingetragen ist. Projekt Gutenberg (ohne Doppel-T) – undenkbar.

Deswegen ist auch die Argumentation der meisten Verwertungsfirmen (und der Kreativen, die sich auf deren Seite stellen) so absurd: erhaltet das Urheberrecht, sonst können die Künstler nicht überleben. Das Problem ist aber nicht, dass die Künstler nicht überleben können, denn die meisten “Downloads”, um das hier mal so abstrakt zu beschreiben, sind nicht das Ergebnis von Geizhälsen sondern von Mangelnder Verfügbarkeit. Anders ist es schwer zu erklären warum Geschäftsmodelle wie Spotify (im Prinzip eine Kulturflatrate auf Musik) oder der iTunes Store so gut funktionieren.
Die Frage lautet also: Warum brauchen wir die Möglichkeit die Nutzung von Gedankengut einzuschränken, auch wenn a) der Produzent längst tot ist b) das neue Produkt nur Teile des alten verwendet?

Und da scheint mir die Logik recht klar: der Autor hat keinen Gewinn davon, wenn beispielsweise Künstler Y sich von Künstler X inspirieren lässt, und dann Geld mit etwas macht, was aber dem Stil von Künstler X überhaupt nicht entspricht. Will Künstler X mit Künstler Y assoziert werden – vermutlich nicht. Verdient er weniger? Nein, Künstler Y hat eine andere Zielgruppe. Die Verwerter haben aber Gewinn davon. Sie könnten nämlich sagen “Du hast etwas gemacht, was eigentlich Künstler X gehört, und weil Künstler X alle Verwertungsrechte uns verkauft hat, gehört das, was du gemacht hast, auch uns. Equals: More cash für die Verwerter.

Es geht bei dieser Diskussion eben um mehr, als nur um die Frage, wem gehört mein Gedanke. Es geht vor allem darum, wer damit Geld verdient.

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This entry was posted on 28/04/2012 by in Polemic..
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